
Alle Welt redet derzeit über Thilo Sarrazin. Und obwohl die Thesen in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ lächerlich und wissenschaftlich nicht beweisbar sind, zeigt es doch: Die große Unterstützung für seine Aussagen beweist, dass Rassismus ein Problem der Mitte der Gesellschaft ist.
Sarrazins Thesen sind rassistisch, weil er bestimmten Kulturen unveränderliche Eigenschaften zuschreibt
Sarrazins Thesen sind rassistisch, weil er nicht bestimmten Kulturen unveränderliche Eigenschaften zuschreibt Sarrazin zeichnet in seinem Buch das Bild einer deutschen Gesellschaft, die von einem zersetzenden, fremden Islam gefährdet wird. Mit Extrembeispielen, wie 'Ehrenmord' oder islamistischem Terrorismus, wird MuslimInnen eine bestimmte Natur zugeschrieben, die als mit der deutschen Kultur unvereinbar angesehen werden. Deutsch-sein und Muslimisch-sein werden als Gegensätze verstanden. Hinzu kommen pseudowissenschaftliche Argumente: Alle Völker hätten ein besonderes Gen (so ist beispielsweise vom „Juden-Gen“ die Rede). Nicht nur, dass solche Argumente nicht stimmen, wohin sie führen hat darüber hinaus der Nationalsozialismus in drastischer Weise gezeigt. 'Völker', 'Kulturen', 'Nationen' und 'Rassen' sind von Menschen ausgedachte Konzepte und haben nichts Natürliches an sich. Indem aber Sarrazin kulturelle Besonderheiten an die menschliche Biologie koppelt, konstruiert er sowas wie 'Rassen'. Kultur wird synonym zu 'Rasse'. Aufgrund dieser Verbindung von Kultur und unveränderbaren, dem Menschen natürlich innewohnenden Eigenschaften werden Sarrazins Thesen rassistisch. Kultur ist aber nicht natürlich und unveränderbar, sondern immer in Bewegung und entsteht durch Sozialisierung und ständigem Austausch mit anderen.